Interview: Zwischen Hörsaal und DJ-Pult

Dozent und DJ Robert Strachan über Lehre, Beats und Balance

Robert Strachan ist nicht nur Dozent an der IU Internationalen Hochschule (IU), sondern auch Unternehmer und DJ. Tagsüber erklärt er seinen Studierenden die Feinheiten von Corporate Finance, abends bringt er ganze Clubs zum Tanzen. Wie er diese Welten miteinander verbindet und warum gerade die IU dafür den perfekten Rahmen bietet, erzählt er im Interview. 

Kannst Du uns ein wenig über Dich und Deinen Hintergrund erzählen?

Hi everybody! Mein Name ist Robert und ich komme ursprünglich aus New York. Seit etwa zehn Jahren lebe ich nun in Deutschland und bin seit Januar 2023 Dozent an der IU. Dort unterrichte ich verschiedene Management-Module wie Corporate Finance, Sales & Pricing, Principles of Management, Application Scenarios and Case Studies sowie Globalization and Corporations. 

Neben meiner Arbeit als Dozent bin ich auch DJ und lege regelmäßig in Clubs oder bei privaten Events auf. Meine Leidenschaft für Musik begann schon früh. Inspiriert wurde ich durch meine Familie, Experimente mit der heimischen Stereoanlage und durch viele Besuche in Plattenläden. Ein besonderer Schlüsselmoment war die Geburtstagsparty eines Freundes, bei der ich mit zwölf Jahren zum ersten Mal an einem richtigen DJ-Pult stehen durfte. Seitdem wusste ich: Musik ist ein Teil von mir. Grundsätzlich würde ich mich als pragmatischen Menschen beschreiben, der immer versucht, für sich und andere praktische Lösungen zu finden, die echten Mehrwert schaffen. 

Am DJ-Pult bringt Robert Strachan die Tanzfläche zum Beben.
Am DJ-Pult bringt Robert Strachan die Tanzfläche zum Beben.

Wie war Dein akademischer Werdegang, und wie bist Du schließlich Dozent geworden?

Mein akademischer Weg war alles andere als geradlinig. Ich hatte schon immer großes Interesse am Lernen und Ausprobieren. In den USA habe ich vieles ausprobiert, von Mikrobiologie bis hin zu Computerwissenschaften. Doch erst in Deutschland habe ich meinen akademischen Weg gefunden. Ich studierte BWL und machte später meinen MBA mit dem Schwerpunkt Internationale Handelstheorien. 

Während meiner gesamten Studienzeit habe ich immer parallel gearbeitet und so viel praktische Erfahrung in verschiedenen Managementbereichen gesammelt. Meine allererste Lehrerfahrung machte ich in Deutschland, als Englischlehrer an einer Schule. Das war ziemlich witzig, weil ich kein Deutsch sprach und meine Schüler kaum Englisch. Trotzdem (oder gerade deswegen) war es eine spannende Erfahrung. Danach habe ich an Hochschulen und Universitäten unterrichtet, Curricula entwickelt und bin schließlich an der IU gelandet. 

„Ich möchte Theorie erlebbar machen, indem ich echte Cases einbringe und meinen Studierenden Einblicke ermögliche, die kein Lehrbuch vermittelt. Dabei ist es mir wichtig, immer Lösungen zu finden, die echten Mehrwert schaffen – sei es im Hörsaal oder auf der Tanzfläche.“ 

Du bist nicht nur Dozent an der IU, wir durften auch schon zu Deinen Beats auf der Sommerparty in Berlin tanzen. Erzähl uns mehr über Deine Doppelrolle als Dozent und DJ.

Das Unterrichten war anfangs ein Weg, um mein Einkommen zu sichern. Heute ist es meine Haupttätigkeit, und das Auflegen ist meine große Leidenschaft. Neben diesen beiden Rollen habe ich in den USA zusammen mit meinem Vater ein Immobilienunternehmen aufgebaut, in dem ich bis heute noch in beratender Funktion tätig bin. 

Diese Mischung aus Dozent, Unternehmer und DJ hat mir viele wertvolle Erfahrungen im Bereich Entrepreneurship gebracht. Davon profitieren auch meine Studierenden, da ich Praxisbeispiele aus erster Hand einbringen kann. Gleichzeitig nutze ich als DJ meinen Business-Hintergrund, zum Beispiel wenn es um Preisgestaltung, Zielgruppen oder strategische Planung geht. Alles, was ich mache, ob als Dozent, Unternehmer oder DJ, steht in Verbindung zueinander und muss im Gleichgewicht sein. Denn nur dann entsteht Harmonie. 

Tagsüber Dozent an der IU: Robert Strachan bringt Praxiswissen aus Unternehmertum und Musik in den Unterricht.
Tagsüber Dozent an der IU: Robert Strachan bringt Praxiswissen aus Unternehmertum und Musik in den Unterricht.

Wie passt Deine Arbeit als Dozent zu Deinen anderen Leidenschaften und Projekten? Was macht diese Kombination gerade hier an der IU möglich?

Das Wichtigste, was mir die IU bietet, ist Flexibilität. Genau diese brauche ich, um meine verschiedenen Rollen miteinander zu verbinden. Zusätzlich profitiere ich vom akademischen Wissenspool, dem Austausch mit den Studierenden und vom gesamten akademischen Netzwerk an der IU. All das inspiriert mich und ermöglicht es mir, weiter zu wachsen. 

Ich nutze regelmäßig theoretische Modelle aus den Vorlesungen in meiner Arbeit als DJ. Ein Beispiel ist Porters „Fünf-Kräfte-Modell“, das ich verwende, um Strategien für Events zu entwickeln. Umgekehrt bringe ich aus meinem Unternehmertum echte Fälle mit in den Hörsaal. Manchmal lasse ich Studierende sogar live bei Geschäftsentscheidungen zuhören. Das sorgt für authentische Einblicke und macht Theorie erlebbar. Mir ist es wichtig, die menschliche Seite des Managements zu zeigen, die man in Lehrbüchern oft nicht findet. 

Wissen Deine Studierenden, dass Du DJ bist? Und wo kann man Dich finden, wenn man neugierig geworden ist?

Ja, meine Studierenden wissen, dass ich DJ bin. Allerdings verrate ich erst am letzten Unterrichtstag, wo sie mich live sehen können. Mir ist wichtig, dass der Fokus während des Semesters auf den Vorlesungen liegt. 

Meine Musik findet ihr auf Instagram und TikTok unter @djjungleboy, längere Mixe gibt es auf Mixcloud. Mein Künstlername stammt übrigens aus meiner Kindheit. Damals hatte ich Dreadlocks und eine sehr raue Stimme, was mir den Spitznamen einbrachte. Heute spiele ich ein breites Repertoire, von Hip-Hop über Classic Rock bis hin zu Schlagern. Ich liebe es, Vocals und Beats zu mischen, poste Party-Highlights und zeige auf TikTok auch Persönliches, etwa wie ich auf einem thailändischen Festival zum ersten Mal Heuschrecken probiert habe. 

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