Interview: Von der Lehre bis zur Verdienstmedaille

Einblicke in einen vielseitigen Weg zwischen Lehre und Ehrenamt

Stefan Mageney ist seit vielen Jahren in unterschiedlichen Bereichen aktiv: als Dozent für Wirtschaftspsychologie an der IU Internationalen Hochschule (IU), als Musiker auf der Bühne und als engagierter Vorsitzender der Initiative „Wuppertal hilft!“. Diese Kombination aus Lehre, Kreativität und sozialem Einsatz prägt nicht nur seinen Alltag, sondern auch seine Haltung zu Verantwortung und gesellschaftlichem Miteinander. Im Interview gibt er Einblicke in diese verschiedenen Lebenswelten und erzählt, was sie miteinander verbindet.

Hi Stefan, danke, dass Du Dir die Zeit nimmst. Stell Dich uns doch gerne einmal kurz vor!

Mein Name ist Stefan Mageney, ich bin 58 Jahre alt und lebe in Wuppertal. Seit drei Jahren bin ich fest als Dozent bei der IU tätig und war davor viele Jahre freiberuflicher Hochschuldozent, unter anderem auch schon für die IU. Ich habe BWL an der Ruhr-Universität Bochum und Psychologie an der Bergischen Universität Wuppertal studiert. Neben meiner Tätigkeit als Dozent war und bin ich leidenschaftlicher Musiker in mehreren Bands. Außerdem habe ich über 30 Jahre zusammen mit meiner Frau ein Sportstudio geleitet. Familie, Musik und das Motorradfahren gehören ebenfalls zu meinem Leben.

Auf der Bühne: Stefan Mageney bei einem Auftritt mit seiner Rockband
Auf der Bühne: Stefan Mageney bei einem Auftritt mit seiner Rockband

Du lehrst seit mehreren Jahren an der IU und hast viel Lehrerfahrung mitgebracht. Was schätzt Du besonders an der Arbeit hier und gibt es etwas, das die IU als Ort zum Lehren für Dich auszeichnet?

 

Was ich an der IU besonders schätze, ist die große Freiheit in der Lehre. Ich kann nicht nur die vorgesehenen Inhalte vermitteln und die Studierenden optimal auf Prüfungen vorbereiten, sondern habe auch den Raum, eigene Erfahrungen und praktische Beispiele aus meinem Leben einfließen zu lassen. Der Praxisbezug ist mir sehr wichtig und den kann ich an der IU wirklich gut herstellen. Gerade die Möglichkeit, selbstständig zu arbeiten und eigene Schwerpunkte zu setzen, empfinde ich als sehr wertvoll.

Du bist nicht nur in der Lehre aktiv, sondern engagierst Dich seit über 20 Jahren mit „Wuppertal hilft!“. Erzähl uns doch ein bisschen davon, wie kam es dazu und was macht Ihr da genau?

 

Die Initiative „Wuppertal hilft!“ ist 2004 nach dem Tsunami in Südostasien entstanden. Da ich die Region gut kenne und persönlich betroffen war, habe ich damals spontan ein Benefizkonzert in Wuppertal organisiert. Ursprünglich war das als einmalige Sache geplant, aber daraus ist mittlerweile eine Institution geworden. Seit 21 Jahren finden regelmäßige Festivals in Wuppertal statt. Wir sammeln dabei Spenden – bisher über 560.000 Euro – die zu 100% an verschiedenste soziale Organisationen, sowohl international als auch lokal in Wuppertal, weitergeleitet werden. Wir unterstützen z. B. die Wuppertaler Tafel, das Frauenhaus oder den Kinderschutzbund, aber auch Einrichtungen im Ausland. Mit der Zeit ist ein ganzer Verein entstanden, in dem ich Vorsitzender bin.

Da ich selbst Musiker bin und ein großes Netzwerk in die Szene habe, konnte ich anfangs viele Künstler:innen direkt ansprechen, die aus dem persönlichen Umfeld kamen. Mittlerweile bewerben sich viele Künstler:innen auch aktiv, um dabei zu sein.

Im Januar 2026 hast Du dafür die Verdienstmedaille des Bundespräsidenten erhalten. Was bedeutet diese Auszeichnung für Dich persönlich?

 

Das war für mich eine überwältigende Erfahrung. Man rechnet mit so etwas nicht und hofft auch nicht darauf, sodass es einen wirklich überrascht. Es ist eine starke Anerkennung, die zeigt: Das, was man tut, wird gesehen und zwar nicht nur lokal, sondern auch auf höchster Ebene. Das spornt enorm an, weiterzumachen. Es ist ein sehr schönes Gefühl, so eine Wertschätzung für ehrenamtliches Engagement zu erfahren.

Stefan und Oberbürgermeisterin Miriam Scherff bei der Verleihung der Verdienstmedaille
Stefan und Oberbürgermeisterin Miriam Scherff bei der Verleihung der Verdienstmedaille

Abschließend: Gibt es etwas, das Du aus den 20 Jahren Engagement in Deine Lehre mitgenommen hast, eine Erkenntnis oder Haltung, die Du auch Deinen Studierenden vermitteln möchtest?

 

Absolut! Mir ist es wichtig, jungen Menschen mitzugeben, dass wir in einem sehr privilegierten Land leben und deshalb soziale Verantwortung übernehmen sollten. Es geht darum, nicht nur in seiner eigenen Blase zu leben, sondern etwas zurückzugeben, egal in welcher Form. Jeder kann auf seine Weise einen Unterschied machen. Das versuche ich meinen Studierenden auch in der Lehre zu vermitteln: Engagement lohnt sich. „Nicht reden – machen“ ist dabei mein Motto. Es gibt einem persönlich sehr viel zurück.

 

Mehr über „Wuppertal hilft!“

Wenn Du dir die Projekte und Aktionen von „Wupperal hilft!“ genauer anschauen möchtest, schau gerne auf der offiziellen Website vorbei: WUPPERTAL HILFT!

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