Über Kinder, Karriere und gelebte Vereinbarkeit

Der berufliche Wechsel in die Lehre an der IU macht’s möglich

Carolins Spagat zwischen Kindern, Karriere und Reitstall funktioniert einwandfrei. Ihre Teilzeit-Professur im Fernstudium an der IU ermöglichte ihr einen sanften Wiedereinstieg nach der Elternzeit in den Beruf. Wie das Ding mit der Vereinbarkeit funktionieren kann, davon erzählt sie uns im Interview.

 

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Wer bist Du, was machst Du an der IU und wie lange schon?

Ich bin Carolin Egger, Professorin für Marketing im Fernstudium mit den Schwerpunkten Produkt- & Innovationsmanagement und Online- & Social Media Marketing und seit Februar 2022 an der IU. Ich habe drei kleine Töchter, drei Stiefkinder, zwei Pferde und bin verheiratet. Neben der Arbeit an der IU betreibe ich zudem ein winziges Kleinunternehmen im Bereich Pferdegestütztes Coaching.

Vormalig habe ich an einer kleinen Fachhochschule in Österreich gelehrt mit nur 2000 Studierenden und war fünf Jahre in Elternzeit. Ganz ursprünglich habe ich Wirtschaftsingenieurwesen studiert, war lange im Produktmanagement tätig und habe in Riga berufsbegleitend promoviert.

Wie bist Du auf die IU aufmerksam geworden?

Der Auslöser war ein sympathischer Kontakt zu einer IU Mitarbeiterin namens Regina. Wir lernten uns beim Reiten kennen und sie nutzte an dem Tag des Kennenlernens die Mittagspause für einen Ausritt bei schönstem Sonnenschein. Ich dachte mir: Da scheinen lustige, nette Leute zu arbeiten, die in der Mittagspause arbeitgeberseitig für Ausgleich sorgen dürfen. Außerdem stand ich nach der Elternzeit vor der Entscheidung, meine Arbeit in Österreich fortzuführen, durch Corona wurde aber die Einreise zu dem Zeitpunkt zunehmend erschwert. Und so kam eins zum anderen. Eine Bewerbung, ein Berufungsverfahren, eine Zusage, ein Vertrag.

Und dann hast Du im Februar dieses Jahres bei uns angefangen. Ist es so positiv wie erwartet?

Absolut! Durch die Flexibilität im Fernstudium und das große Vertrauen, das die IU mir als Arbeitnehmerin entgegenbringt, bekomme ich Arbeit, Familie und persönlichen Ausgleich tatsächlich gut hin. Außerdem kann ich an der IU immer dazulernen, das ist Teil der Kultur hier und das genieße ich sehr.

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Du hast erzählt, dass Du in einer Patchworkfamilie lebst, parallel reitest und sogar selbstständig bist. Hand aufs Herz: Wie lässt sich das alles mit Deiner Professur an der IU vereinen?

Es funktioniert wirklich gut. Die IU verkörpert nicht das verstaubte Unibild, der Spirit ist modern, genau wie die Lehr- und Lernmethoden und so auch die Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Man kann nie sagen, dass man die eine Tätigkeit bis zum Ende des Berufslebens machen wird, aber momentan ist das hier perfekt, es passt zu meiner Persönlichkeitsstruktur, aber auch zu meinem Familienleben, denn auch mein Mann ist voll berufstätig und unsere Kinder noch klein (2-6 Jahre). Manchmal brauchen sie einfach ausschließlich ihre Eltern, insbesondere, wenn sie z.B. krank sind.

 

Ich habe früher miterlebt, wie man in Unternehmen als Mutter in Teilzeit nur die B und C Projekte bekommt, also die, die man eher weniger möchte, selbst wenn man schnell wieder einsteigt. Es gibt meiner Erfahrung nach auch noch immer viele traditionelle Unternehmen, die für kleine kranke Kinder zu Hause wenig Nachsicht und Flexibilitätsmöglichkeiten aufbringen. An der IU ist das anders: hier kann ich auch in Teilzeit auf inhaltlich hohem Niveau arbeiten und wenn ich tagsüber zeitlich familiär eingebunden bin, in den frühen Morgenstunden oder am Abend alles erledigen.

 

Und diese gebotene Flexibilität trifft übrigens nicht nur das Bedürfnis der Lehrenden, auch die Studierenden, die oftmals nebenberuflich studieren und am Tag stark eingebunden sind, freuen sich über kurze Besprechungen außerhalb der klassischen Arbeitszeiten.

Anna mit Sohn

Was macht Dir an der Arbeit mit Studierenden besonders Freude?

Der sehr persönliche Kontakt, den Menschen dahinter kennenzulernen und mehr über die Gedanken und Hintergründe der Studierenden zu erfahren. Mit jungen Leuten zu arbeiten, macht dabei einfach Spaß. Ihre Jugend, ihre Naivität, ihr Optimismus, ihr Engagement und ihre Ideen, kurzum ihr „frischer Wind“. Und dass sie meiner Erfahrung nach für wertschätzende, wenn auch kritische Betreuung, immer aufrichtig dankbar sind und meistens wirklich versuchen, ihr Bestes zu geben. Viele Dinge der neuen Generationen sind ganz anders als früher, vieles ist aber genau gleich, das ist erfrischend zu beobachten.

Der beste Tag der Woche?

Der, an dem ich Familie, Arbeit und Reiten gut unter einen Hut bekomme und ausgeschlafen bin.

Einer unserer Werte ist Mut: Was würdest du tun, wenn du nicht scheitern könntest?

Ich würde gerne ein multi-mediales Crowdsourcing-Skript erstellen zusammen mit Studierenden und internen und externen Kolleg:innen, das stetig wächst. Die jetzigen Skripte werden ca. alle zwei Jahre überarbeitet und vor allem genutzt, weil sie klausurrelevant sind. Aber jede:r ist ja ein anderer Lerntyp, warum nicht Lerninhalte in völlig anderer Weise und viel vernetzter darstellen?

Und privat würde ich gerne die Pferde noch stärker in meinen Alltag integrieren. Die Anwesenheit von Tieren gleicht bekanntlich das vegetative Nervensystem aus. Am liebsten wäre ich daher manchmal in meiner Remote-Tätigkeit irgendwo in der Steppe mit Zelt, Pferd – und Internetanschluss (lacht).

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Durchstarten wie Carolin?